Japanischer vs. chinesischer Matcha: Bestimmt die Herkunft noch immer die Qualität?

Viele Jahre lang wurde Matcha nach einer sehr einfachen Regel beurteilt: Japanischer Matcha galt als hochwertig, während chinesischer Matcha als günstigere und qualitativ minderwertigere Alternative angesehen wurde.

Doch der Matcha-Markt verändert sich.

Die besten chinesischen Matcha-Produzenten investieren in bessere Teekultivare, Beschattungsmethoden, Dämpfung, Vermahlung, Kühllagerung und Qualitätskontrollen. Gleichzeitig hat die weltweit stark steigende Nachfrage den Druck auf das Angebot und die Preise von japanischem Matcha deutlich erhöht.

Dadurch ist der Vergleich heute wesentlich interessanter, als einfach nur zu fragen, welches Land den „besseren“ Matcha produziert.

Heute sind vielmehr diese Fragen entscheidend:

Wie wurde der Tee angebaut? Wann wurde er geerntet? Wie wurde er verarbeitet? Wie schmeckt er? Wurde er unabhängig getestet? Und rechtfertigt die Qualität den Preis?

Warum japanischer Matcha seinen guten Ruf verdient hat

Erfahrene japanische Teefarmen und Produzenten haben über Jahrzehnte – teilweise sogar über Jahrhunderte – Anbau- und Verarbeitungsmethoden entwickelt, die darauf ausgelegt sind, Matcha mit leuchtend grüner Farbe, feiner Textur, natürlicher Süße und intensivem Umami zu erzeugen.

Achte immer auf Matcha aus der ersten Ernte, wenn du Bitterkeit oder einen stark grasigen Geschmack nicht magst.

Ein sorgfältig hergestellter chinesischer Matcha aus der ersten Ernte kann deutlich besser sein als ein minderwertiger oder schlecht gelagerter japanischer Matcha.

Japanischer Matcha in Zeremonienqualität – Fein, floral, süß oder intensiv herzhaft, häufig mit wenig bis gar keiner Bitterkeit.

Chinesischer Matcha in Zeremonienqualität – Kräftig, vegetal und deutlich umami, teilweise mit einer milden, angenehmen Bitterkeit.

Lange Zeit stellte sich diese Frage kaum. Hochwertiger japanischer Matcha hatte zwar einen höheren Preis, doch der Qualitätsunterschied machte diesen Aufpreis oft relativ leicht nachvollziehbar.

In den letzten Jahren ist die weltweite Nachfrage nach japanischem Matcha jedoch weiterhin schneller gestiegen als das Angebot, wodurch die Preise deutlich unter Druck geraten sind.

Japanischer Matcha kann nach wie vor eine außergewöhnliche Qualität bieten, insbesondere im absoluten Premiumsegment. Doch irgendwann bedeutet ein höherer Preis nicht zwangsläufig eine entsprechend große Verbesserung bei Qualität oder Geschmack.

Das ist besonders für Menschen relevant, die täglich Matcha trinken, da sich selbst ein relativ kleiner Preisanstieg pro Portion schnell summiert.

Da sich die Qualität chinesischen Matchas kontinuierlich verbessert, wird sein Preis-Leistungs-Verhältnis zunehmend schwer zu ignorieren.

Tests sind bei Matcha besonders wichtig, da das gesamte Teeblatt zu Pulver vermahlen und konsumiert wird.

Anstatt Sicherheit oder Qualität ausschließlich anhand des Herkunftslandes zu beurteilen, halten wir es für sinnvoller, darauf zu achten, wie der Tee bezogen wurde, welche Qualitätskontrollen durchgeführt werden und ob unabhängige Tests stattgefunden haben.

Unser chinesischer Matcha wird über unseren japanischen Teelieferanten bezogen, der direkt mit dem Produzenten in China zusammenarbeitet.

Zusätzlich zu den eigenen Qualitätskontrollen des Lieferanten haben wir unabhängige Labortests auf Pestizide und Schwermetalle durchführen lassen.

Für uns bietet dies eine zusätzliche Sicherheit und ermöglicht es, chinesischen und japanischen Matcha anhand der Qualität des jeweiligen Produkts zu beurteilen – statt anhand von Annahmen, die ausschließlich auf der Herkunft beruhen.

Chinesischer Matcha verbessert sich rasant

Exportorientierte Produzenten in Regionen wie Zhejiang, Guizhou und Shandong haben in verbesserte Beschattungsmethoden, von Japan beeinflusste Verarbeitungstechnologien, feinere Vermahlung, kontrollierte Lagerung und einheitlichere landwirtschaftliche Standards investiert.

Unser Fazit

Japans Bedeutung für die Matcha-Kultur und -Produktion steht außer Frage. Das Land produziert weiterhin einige der hochwertigsten und geschmacklich komplexesten Matchas der Welt.

Chinesischer Matcha sollte jedoch nicht mehr automatisch als minderwertig abgetan werden.

Das Premiumsegment der chinesischen Matcha-Produktion entwickelt sich schnell weiter, unabhängige Tests können für mehr Transparenz sorgen und das Preis-Leistungs-Verhältnis wird angesichts steigender japanischer Matcha-Preise zunehmend konkurrenzfähig.